Blog · Webseiten
WordPress-Website überarbeiten oder neu bauen? Woran du es erkennst
Überarbeiten reicht, wenn das WordPress-Backend aufgeräumt ist, die Seite schnell lädt und nur Inhalt, Optik oder Struktur nicht mehr passen. Neu bauen lohnt sich bei Chaos im Backend, nach einem schweren Virenbefall, bei komplett veraltetem Design oder wenn die Seite aus Eigenprogrammierung besteht. Das erkenne ich in den ersten Minuten im Backend, lange vor dem ersten Blick aufs Design.
Die Frage kommt fast immer im gleichen Moment: Die WordPress-Seite ist ein paar Jahre alt, das Geschäft hat sich verändert, und irgendjemand hat gesagt, dass man da „mal ran müsste“. Der Dienstleister von damals ist weg oder antwortet nicht mehr. Und jetzt stehst du vor der Wahl: Aufräumen oder neu anfangen? Die Antwort steht im Backend, und sie ist meist nach zehn Minuten klar.
Woran erkenne ich in den ersten Minuten, ob ich rette oder neu baue?
Ich öffne das WordPress-Backend, bevor ich mir die Seite von vorn ansehe. Dort entscheiden fünf Dinge:
- Chaos im Backend. 40 Plugins, davon 15 deaktiviert, drei Seitenersteller parallel, Entwürfe von 2019, Menüs, die nirgends hängen. Wer hier aufräumen will, braucht länger als für einen Neubau.
- Ein schwerer Virenbefall. Wenn die Seite gehackt war und fremder Code in Themes, Plugins oder der Datenbank steckt, ist ein sauberer Neubau die einzige Variante, bei der ich später ruhig schlafe.
- Komplett veraltetes Design. Ein Theme von 2015, das am Handy zerfällt, lässt sich selten retten. Das Theme zu tauschen ist bei WordPress fast ein Neubau.
- Reine Eigenprogrammierung. Wenn die Seite nur aus selbst geschriebenem Code besteht, den außer dem damaligen Entwickler niemand versteht, kostet jede Änderung Archäologie.
- Elementor oder Divi, und zwar chaotisch. Die Seitenersteller selbst sind kein Problem. Sauber gebaut lassen sie sich gut überarbeiten. Chaotisch gebaut, mit Abständen von Hand, Farben je Block und Kopien von Kopien, ist der Neubau schneller.
Trifft keiner der fünf Punkte zu, wird überarbeitet. Trifft einer zu, rechne ich beides durch. Bei zwei oder mehr baue ich neu.
Wann reicht Überarbeiten?
Überarbeiten reicht, wenn die Technik trägt und die Struktur im Kern stimmt. Dann geht es um Texte, Bilder, einzelne Seiten, eine klarere Führung zur Anfrage und darum, Altlasten zu entfernen. Bei vielen WordPress-Seiten ist das der Fall: Das System ist in Ordnung, die Seite ist nur über die Jahre gewachsen und niemand hat je aufgeräumt.
Wann ist ein Neubau die bessere Wahl?
Neu bauen lohnt sich, wenn du an mehreren Stellen gleichzeitig ansetzen müsstest: Ladezeit, Struktur, Pflege, Sicherheit. Dann kostet die Überarbeitung mehr Zeit als ein sauberer Neustart, und du behältst trotzdem die alten Probleme. Für kleine Websites ist ein Neubau kein Großprojekt. Typische Projekte sind in 1 bis 2 Wochen online. Ob es dabei WordPress bleibt oder eine schlanke HTML-Seite wird, entscheidet, wer die Seite später pflegt und wie oft.
Zwei Angewohnheiten, die ich bei WordPress richtig schlecht finde
Beide sehe ich regelmäßig, wenn ich eine Seite übernehme:
- Plugins bleiben drin, die nur zum Aufbau oder Umzug gebraucht wurden. Ein Umzugsplugin, ein Import-Werkzeug, ein Wartungsmodus. Nach dem Livegang gehören sie deaktiviert und gelöscht. Jedes Plugin, das bleibt, ist ein Update, das jemand machen muss, und eine Tür, die offen steht.
- Projekte werden kopiert, mit den Altlasten des vorigen Kunden. Ein Dienstleister nimmt die Seite von Kunde A, tauscht Logo und Texte und liefert sie Kunde B. Übrig bleiben fremde Bilder in der Mediathek, alte Menüs, Formulare, die ins Leere senden, und manchmal Zugangsdaten, die nicht hierher gehören.
Aus meiner Praxis
Bei Ismeta Radaj hat die Technik getragen, also Überarbeitung. Nervig war etwas anderes: Der vorige Betreuer hatte die Seite schnell zusammengebaut, ohne zentrale Schriftarten, Schriftgrößen und Schriftfarben anzulegen. Jeder Block hatte seine eigene Einstellung. Ich bin jeden Block durchgegangen und habe eine zentrale Schrift gesetzt. Danach kamen Struktur, ein neues Blogdesign und ein Beziehungstyp-Quiz, das Anfragen vorqualifiziert und an Brevo übergibt.
Bei einer Theatergruppe lief die Seite auf einem Uralt-System. Dort war der Neubau als schlankes HTML schneller als jede Reparatur: Umzug und neue Seite an einem Tag.
Du weißt nicht, in welche Richtung es bei dir geht? Beantworte 7 kurze Fragen, dann sage ich dir, was ich machen würde.
Was kostet das und wie lange dauert es?
Kleine Webseiten-Projekte starten bei mir ab 500 Euro, für Überarbeitung wie für Neubau. Der genaue Preis hängt davon ab, was schon vorhanden ist und welche Funktionen sinnvoll sind. Vor dem Start bekommst du ein Festpreisangebot, die Umsetzung dauert typischerweise 1 bis 2 Wochen. Was den Preis nach oben oder unten bewegt, habe ich in diesem Beitrag zu den Kosten einer Website aufgeschrieben: Was kostet eine Website für Selbstständige. Und wenn es ein Neubau wird, gehört eine Liste der alten Adressen dazu, sonst gehen Rankings verloren. Wie das läuft, steht in der Relaunch-Checkliste.
Was bei einer Überarbeitung oder einem Neubau drin ist, welche Größe ich baue und welche Projekte ich in andere Hände gebe, steht auf der Seite Webseite erstellen lassen oder überarbeiten.
Das könnte dich ebenfalls interessieren
Über den Autor
Paul Klarmann baut Webseiten und optimiert digitale Kundengewinnung für Selbstständige, kleine Unternehmen und KMU. Seit 2009 im Digitalen, von 2015 bis 2025 COO und Gesellschafter bei OnlineMarketing.de und Digital Bash.
Nächster Schritt
Überarbeiten oder neu bauen? Zeig mir die Seite.
Beantworte 7 kurze Fragen zu deiner Website. Danach bekommst du eine konkrete Einschätzung, wie ich das Projekt angehen würde.
Lieber reden? Such dir rechts direkt einen Termin aus oder ruf an: 0163 3924706
E-Mail: zentrale@paulklarmann.de