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Website-Relaunch-Checkliste: Was dabei kaputtgeht und was er kostet
Ein Website-Relaunch lohnt sich, wenn die alte Seite dein Geschäft bremst: Die Story passt nicht mehr, technische Fehler häufen sich, moderne Elemente wie Terminbuchung oder Tools fehlen. Er lohnt sich nicht, wenn die Seite gut Besucher zieht und die Anfragen stimmen. Dann reißt ein Relaunch mehr ein, als er bringt. Was dabei am häufigsten kaputtgeht: fehlende Weiterleitungen und Inhalte, die bisher Kunden gebracht haben. Agenturen nennen 3.000 bis 50.000 Euro, kleine Seiten gibt es ab 500 Euro.
Die Seite ist fünf Jahre alt, jemand hat „veraltet“ gesagt, und ein Angebot für den Relaunch liegt auf dem Tisch. Bevor du unterschreibst, eine Frage: Bringt die alte Seite heute Besucher und Anfragen? Wenn ja, ist das Alter kein Grund. Wenn nein, ist der Relaunch vielleicht die Lösung, vielleicht aber auch nur das teuerste Mittel gegen ein Problem, das woanders liegt.
Wann rate ich vom Relaunch ab?
Wenn die Seite an sich gut Besucher zieht und die Anfragen in Ordnung sind. Mehr geht immer, ja. Aber dann würde ich gezielt vorgehen und einzelne Seiten verbessern, statt alles einzureißen, was bisher funktioniert. Bei einem kompletten Relaunch macht man schnell mehr kaputt, als man an Verbesserung bekommt: Rankings, die Jahre gebraucht haben, verlinkte Adressen, eingespielte Abläufe. Die Regel: Erst die Zahlen ansehen, dann entscheiden. Wie du die Strecke vom Besucher zur Anfrage prüfst, steht in diesem Beitrag über Websites ohne Anfragen.
Wann lohnt sich ein Relaunch?
Wenn die Grundlage das heutige Geschäft ausbremst. Typische Auslöser:
- Das Angebot hat sich geändert, und die Seite erzählt noch die alte Geschichte.
- Technische Fehler häufen sich: langsame Ladezeit, Formulare, die ins Leere senden, Plugins, die niemand mehr wartet.
- Die Struktur passt nicht mehr: Die wichtigste Leistung ist drei Klicks tief versteckt.
- Am Handy zerfällt die Seite, und die Hälfte deiner Besucher kommt vom Handy.
- Moderne Elemente fehlen: Terminbuchung, Vorqualifizierung, Automatisierungen, die dir Arbeit abnehmen.
Ob das eine Überarbeitung oder ein Neubau wird, habe ich in diesem Beitrag zur Entscheidung zwischen Überarbeitung und Neubau aufgeschrieben. Hier geht es um das, was danach kommt: die Durchführung.
Was geht bei Relaunches unnötig oft kaputt?
Zwei Dinge, immer wieder dieselben:
- Es werden keine Weiterleitungen eingerichtet. Die alte Seite hatte 40 Adressen, die neue hat 12. Jede alte Adresse, die ins Leere läuft, verliert ihr Ranking und jeden Link, der je darauf gesetzt wurde. Google braucht danach Monate, um die neue Seite einzuordnen.
- Niemand prüft, welche Inhalte Besucher und Kunden bringen. Die Blogartikel von 2021 werden gelöscht, weil sie alt aussehen. Dabei brachten drei davon die Hälfte der Besucher. Was Traffic und Anfragen bringt, steht in der Search Console und in Analytics. Ohne diesen Blick löschst du blind.
Bei mir gibt es deshalb keinen Relaunch ohne Weiterleitungsliste. Die Liste gehört zum Projekt, und die automatische Prüfung meiner Seiten bricht ab, wenn sie fehlt.
Die Checkliste in drei Phasen
Vor dem Relaunch
- Search Console öffnen: Welche Seiten bekommen Impressionen und Klicks? Diese Inhalte bleiben, in welcher Form auch immer.
- Analytics öffnen: Über welche Seiten kommen Besucher rein, und welche führen zur Anfrage?
- Alle alten Adressen auflisten. Für jede steht daneben, wohin sie künftig führt. Nie alles sammelweise auf die Startseite.
- Tracking dokumentieren: Welche Tools laufen, welche Ereignisse werden gemessen, wer hat die Zugänge?
- Formulare und Terminbuchung notieren: Wohin senden sie, wer bekommt die Mail?
Während des Relaunchs
- Die neue Seite auf einer Vorschau-Adresse bauen, für Suchmaschinen gesperrt, bis sie freigegeben ist.
- Die Story schärfen: Was bietest du heute an, für wen, und warum dich? Das ist der Teil, der nach dem Relaunch besser sein muss als nur das Design.
- Moderne Elemente einbauen, die Arbeit abnehmen: Terminbuchung, Vorqualifizierung, Übergabe ins E-Mail-Tool.
- Technische Fehler ausräumen statt mitschleppen: Ladezeit, Bilder, Weiterleitungsketten, Consent.
- Die Weiterleitungsliste umsetzen und jede Zeile testen, bevor die Seite live geht.
Nach dem Relaunch
- Sperre für Suchmaschinen entfernen, Sitemap in der Search Console einreichen.
- Jede alte Adresse einmal aufrufen: Landet sie an der richtigen Stelle?
- Tracking testen: Kommt ein Test-Ereignis in Analytics an? Sendet das Formular?
- Vier bis acht Wochen die Search Console beobachten: Fallen Seiten, die vorher liefen? Dann nachbessern.
Was kostet ein Website-Relaunch?
Das hängt davon ab, wen du fragst und wie groß die Seite ist. Die Spannen, die Anbieter im September 2026 öffentlich nennen, mit Quelle und Datum:
| Größe | Kosten | Dauer | Quelle |
|---|---|---|---|
| Kleine Website bei mir | ab 500 Euro, Festpreis | 1 bis 2 Wochen | eigenes Angebot, Stand 09/2026 |
| Einfacher Relaunch, Agentur | 5.000 bis 10.000 Euro | David Keiser, 29.03.2026 | |
| Lokale Website, Agentur | im Schnitt 8.000 bis 12.000 Euro | 4 bis 8 Wochen | Ucentric Media, 03.04.2026 |
| Strategischer Relaunch | 10.000 bis 25.000 Euro | 2 bis 6 Monate | David Keiser, 29.03.2026; Ucentric Media, 03.04.2026 |
| Großes Projekt | 25.000 bis 50.000 Euro und mehr | bis 12 Monate | David Keiser, 29.03.2026; Ucentric Media, 03.04.2026 |
Für Selbstständige und kleine Unternehmen ist die erste Zeile die relevante. Ein Onepager oder eine Seite mit 5 bis 7 Unterseiten ist kein Mittelstandsprojekt mit acht Wochen Laufzeit. Was in den 500 Euro drin ist und was den Preis bewegt, steht in diesem Beitrag zu den Kosten einer Website.
Aus meiner Praxis
Eine Theatergruppe lief mit ihrer Seite auf einem Uralt-System, das niemand mehr pflegen konnte. Der Relaunch war dort kein Wochenprojekt: Umzug auf neues Hosting und neue Seite an einem Tag, als schlankes HTML ohne Plugins, die jemand warten müsste. Der Aufwand lag im Prüfen vorher statt im Bauen: Welche Inhalte bleiben, welche Adressen müssen weiterleiten, wo landen die Anfragen.
Du überlegst, ob deine Seite einen Relaunch braucht oder ob gezieltes Nachbessern reicht? Beantworte 7 kurze Fragen, dann sage ich dir, was ich machen würde.
Was nach einem guten Relaunch besser sein muss als das Design
Drei Dinge. Die Story ist geschärft: Ein Besucher versteht in fünf Sekunden, was du anbietest und warum er bei dir richtig ist. Moderne Elemente nehmen dir Arbeit ab: Termine buchen sich selbst, Anfragen kommen vorqualifiziert an. Und die technischen Fehler sind weg, statt in neuer Optik weiterzuleben. Wenn nach dem Relaunch nur die Farben anders sind, hast du ein Design gekauft, keinen Relaunch.
Wie ein Relaunch oder eine Überarbeitung bei mir abläuft, was drin ist und welche Projekte ich in andere Hände gebe, steht auf der Seite Webseite erstellen lassen oder überarbeiten.
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Quellen
Über den Autor
Paul Klarmann baut Webseiten und optimiert digitale Kundengewinnung für Selbstständige, kleine Unternehmen und KMU. Seit 2009 im Digitalen, von 2015 bis 2025 COO und Gesellschafter bei OnlineMarketing.de und Digital Bash.
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